08.04.2004 - Do it yourself Ballast-System
Größere Wake durch mehr Ballast

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Viele Wakeboardboote und Wasserskiboote besitzen kein werksmäßig eingebautes Ballast-System. Grund genug sich einmal Gedanken zu machen, wie sich die Wake des Bootes vergrößern lässt, ohne die sauteuren originalen FatSacs nachzurüsten.

Tom - www.hydrofoiling.de - hat in seine Tigé 21 V Riders Edition ein Ballast-System eingebaut, das komplett mit Teilen aus dem Boots- und Baumarkt-Zubehör auskommt. Bedienbar vom Fahrersitz aus, besitzt es nahezu den gleichen Komfort wie ein Factory-Ballast-System.



Je tiefer das Boot desto höher die Wake



WASSERTANKS

Die Materialkosten für ein Ballastsystem, bestehend aus 5 flexiblen Wassertanks, belaufen sich auf über 1000,- EUR. Für den Einbau ist handwerkliches Geschick die Voraussetzung.




Die flexiblen Wassertanks von Plastimo sind günstiger als die US-Fatsacs. Ein 200 Liter Plastimo Tank kostet ca. 100 EUR.


PUMPEN

Es gibt Impeller- und Zentrifugal-Pumpen. Die Impeller Wasserpumpen sind teurer und pumpen weniger Wasser pro min. als die Zentrifugal-Bilgenpumpen. Außerdem dürfen die Impeller-Wasserpumpen nicht trockenlaufen, sonst verbrennt der Impeller. Die Zentrifugal-Pumpen können im Gegensatz zu den Impeller-Pumpen kein Wasser ansaugen, sie müssen sich unter der Wasserlinie befinden.

Ich habe mich für 3 Jabsco 1050 gph Zentrifugal-Pumpen zum Befüllen der Tanks entschieden, weil sie eine sehr hohe Pumpleistung haben. Zum Leeren der Tanks werden Impeller-Pumpen benutzt, sie können auch die Luft abpumpen. 2 Tanks können hinten im Heck neben dem Motor verbaut werden, 2 in der Mitte unter den Sitzbänken, und einer vorne im Bug unter dem Deck. Jeden einzelnen Wassertank kann man unabhängig von den anderen leeren. Mit diesem Ballastsystem läßt sich das Boot gut austarieren.



Systemskizze


WASSEREINLASS

In der Bilge, so weit unten wie möglich, wird ein Loch gebohrt. Die Einlasspumpen müssen sich unter der Wasserlinie befinden. Benötigt werden folgende Teile aus dem Bootsbedarf: 1 Wassereinlass, 1 Kugelhahn, 2 Messing T-Stücke und 2 Messingfittings, alles in 1,5 Zoll. Außerdem ein paar Meter 1 Zoll Saugschlauch, 2x 1 Zoll T-Verbinder, Schellen und 5x 1 Zoll Rückschlagventile.




Der Kugelhahn wird direkt auf den Wassereinlass geschraubt, zum Gewindeabdichten ist die Hanfschnur am besten geeignet. Der Kugelhahn ist eine wichtige Sicherheitsvorkehrung (Seeventil). Der Hahn kann geschlossen werden, wenn das Boot im Hafen liegt oder das Ballastsystem ein Leck hat.




Auf den Kugelhahn werden 2 T-Stücke geschraubt, das ergibt 3 Einlassöffnungen. Die Jabsco 1050 gph Bilgenpumpen haben einen 1,5 Zoll Durchmesser, mittels eines 40mm Gummischlauchs und V2A Schlauchschellen werden die Pumpen mit den T-Stücken verbunden. (Im Bauhaus gibt es fertige 40mm Gummimuffen mit 2 Schellen)




Es werden 1 Zoll Saugschläuche benutzt, sie sind sehr hart aber dafür knicken sie nicht.




Um 2 Tanks mit einer Pumpe gleichzeitig füllen zu können, werden T- oder Y-Verbinder verwendet. Außerdem muß jeder Tank mit einem Rückschlagventil ausgestattet werden, sonst fließt das Wasser bei geöffnetem Kugelhahn wieder in den See zurück. Bei geschlossenem Hahn gleicht sich der Wasserpegel in den miteinander verbundenen Tanks aus.




Wenn man den Wassereinlass in Fahrtrichtung montiert (standard), wird das Wasser während der Fahrt mit offenem Kugelhahn in die Tanks gedrückt. Dadurch werden die Tanks während der Fahrt noch schneller gefüllt. Andererseits ist dann eine Fahrt mit leeren Tanks nur mit geschlossenem Hahn möglich. Auf dem Foto ist der Wassereinlass entgegen der Fahrtrichtung verbaut. Die Tanks können nur bei langsamer Fahrt oder im Stehen befüllt werden.



WASSERAUSLASS

Das Abpumpen des Wassers besorgen am besten die Impeller-Pumpen, weil sie auch die restliche Luft mit absaugen. Dadurch können die Tanks beim nächsten Befüllen vollständig mit Wasser gefüllt werden.



Hier ist eine 33 l./min Impeller-Pumpe zu sehen mit 3/4 Zoll Tüllen. Sie kann einen vollen 200 Liter Tank in weniger als 10 min. leeren.




Ein flexibler Wassertank von Plastimo, das Wasser wird durch einen 3/4 Zoll Saugschlauch abgepumpt.




Durch diese 3/4 Zoll Messing Borddurchlässe werden die Wassertanks geleert (Aussenansicht).




Borddurchlässe müssen gut mit Sikaflex abgedichtet werden (Innenansicht).




Vorne im Bug sollte der Wassertank unter Deck montiert werden. Wenn standardmässig keine Deckluke vorhanden ist, muß man sie ausschneiden.


ELEKTRIK

Der elektrische Anschluß wird hier nicht näher beschrieben, denn er dürfte keine weiteren Probleme bereiten.




Die beleuchteten Schalter werden unter dem Armaturenbrett befestigt. Füllen und Leeren der Tanks erfolgt per Knopfdruck. Mit diesem Luxus wird man am Ende der Schrauberei belohnt!



Text: Tom / www.hydrofoiling.de

Fotos + Skizze (12): Tom / www.hydrofoiling.de





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