WB Boote - Was für ein Boot brauche ich zum Wakeboarden?
Schlauchboot oder X-Star? - das ist hier die Frage


Was für ein Boot brauche ich zum Wakeboarden?

Diese Frage wird uns oft von Einsteigern gestellt. Mit diesem Artikel werden wir versuchen einen Grossteil der Fragen rund ums Thema Boot zu klären.


MasterCraft X-2 - Wakeboard1.de Zugboot 2005

Sicher kann man sich von einem Schlauchboot mit 40 PS ziehen lassen (sofern es den Rider aus dem Wasser bekommt). Doch mit der Frage nach einem anständigen Zugboot verhält es sich ungefähr so: Warum eine Gummipuppe nehmen, wenn man auch eine richtige Frau bekommen kann?

Um eine vernünftige Performance zu erreichen, ist ein Wakeboardboot unerlässlich. Sonst könnte man die US-Pro Tour ja auch an einem Bayliner mit Monstertower veranstalten.

Wakeboardboote zeichnen sich durch folgende Spezifikationen aus:


Spezielle Rumpfform

Die Rumpfform beeinflusst maßgeblich die Wellenform. Nur eine optimal geformte Welle erzeugt genügend Pop für anspruchsvolle Tricks.


Mastercraft X-Star Rumpf


Perfect Pass

Tempomat fürs Boot, vergleichbar mit dem im Auto. Hält das Boot bei gleich bleibender Geschwindigkeit. Die Wake hat immer die selbe Form, der Abstand zwischen den Wellen bleibt gleich und der Bootsfahrer kann sich aufs Geradeausfahren konzentrieren


Perfect Pass Wakeboard Pro


Tower

Der Tower ist starr und verteilt die Kraft des Riders beim Rauskanten aufs Boot. Durch den hoch gelegenen Zugpunkt wird der Rider während des Sprungs nicht nach unten gezogen, so dass mehr Airtime möglich wird.


Correct Craft Flight Control Tower


Ballastsystem

Zusätzliches Gewicht vergrößert die Welle. Deshalb sollte der Wakeboarder es sich zweimal überlegen mit seiner Freundin Schluss zu machen, nur weil sie dick geworden ist. Da Factory Ballast meist nicht ausreicht, werden für Wakeboard Wettkämpfe die Boote oft überladen.


Heftig beladene Tigé

Das sollte man allerdings nicht übertreiben, wenn man auf Wasserflächen unter der Obhut der Wasserschutzpolizei unterwegs ist, da das Überladen eines Bootes grundsätzlich in D verboten ist!


Antriebsart

Wakeboardboote haben eine starre Welle. Bei dieser Antriebsart befindet sich die Schraube unter dem Rumpf - dahinter das Ruderblatt. Je nachdem ob der Motor in der Mitte des Bootes oder hinten sitzt, spricht man von einem Boot mit Direct-Drive oder von einem V-Drive. Optimal für eine zünftige Wake sind Boote mit V-Drive. Hier ist die Gewichtsverteilung perfekt.

Auf Boote mit Z-Antrieb oder Außenbordmotor sollte gänzlich verzichtet werden. Sie bringen Gefahren für die Personen im und auf dem Wasser mit sich. Dies gilt insbesondere für Wakesurfer!


Fazit

All diese Elemente des Bootes ermöglichen es, eine optimale Wellenform zu erzeugen. Jeder Rider kann durch Wahl der Leinenlänge, Geschwindigkeit des Bootes und Ballast, immer unter den exakt gleichen Bedingungen fahren. Voraussetzung dafür ist allerdings eine glatte Wasseroberfläche.

Dabei sei anzumerken, dass dies immer nur für das jeweilige Boots-Modell gilt. In der Regel unterscheiden sich die Wellenformen je nach Fabrikat und Hersteller des Wakeboardbootes.


Hardy Tunnissen - Frontside 540°- Zugboot Tigé 21V RE


Alternativen zu einem 50k Boot

Wer nicht über das nötige Kleingeld für ein reines Wakeboardboot verfügt, braucht nicht zu verzagen:

Alternativ zu einem Wakeboardboot lassen sich mit Wasserskibooten (oder Booten mit ähnlicher Rumpfform) und ausgestattet mit Tower und Ballast adäquate Ergebnisse erzielen.


Tank eines Ballastsystems

Wer sein Boot mit einem integrierten Ballastsystem aufrüsten möchte, findet eine Bauanleitung in unserem Service Bereich. Fatsacs (Plastiksäcke mit Ein- und Auslassventilen) gibt es in unterschiedlichen Größen und Formen.

Achtung!

Es ist nicht zu empfehlen, sein Boot mit anderen Medien als Wasser zu beladen. Wasser verhält sich bei einem eventuellen Wassereintritt neutral. So könnte sich ein mit Beton oder Blei beladenes Boot bei starkem Wassereintritt, wie z.B. durch die Welle eines anderen Bootes, schnell zu einem U-Boot entwickeln.

Als Tower kann der Monster Tower empfohlen werden. Der passt auf fast jedes Boot. Bekommen könnt ihr das gute Stück unter Hydrofoiling.de. Es ist nicht anzuraten, sich einen Skylon zu montieren, da das Boot stärker zur Seite geneigt wird als bei einem Tower. Dies hat zur Folge, dass der Bootsfahrer den Kurs öfter korrigieren muss. Außerdem erzeugt der Skylon durch die Abspannseile einen Strech-Effekt, wodurch der Rider beim Absprung den Zug des Bootes schlechter einschätzen kann.


MasterCraft X-Star von oben


Was tun ohne Boot?

Mittlerweile gibt es eine grosse Anzahl von Bootsbesitzern, die Mitfahrgelegenheiten an ihren Wakeboardbooten anbieten. Die Standorte sind über ganz Deutschland verteilt und Angebote werden im Wakeforum, oder in unserem Service Bereich veröffentlicht.

Des Weiteren wird Wakesport Deutschland e.V. in der kommenden Saison diverse Camps und Events an verschiedenen Spots anbieten, so dass ihr dort die Möglichkeit habt an richtigen Wakeboardbooten zu fahren.

Eine Auswahl aller Wakeboardboote der Saison 2005 findet ihr demnächst in unserem Boat Guide.


Text: Sven
Fotos: Reto / Hersteller

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