23.09.2003 - W1 Boot Safety
Pflichtlektüre für alle Rider und Bootsfahrer


 
Dass Wakeboarden am Boot ein gefährlicher Spass sein kann, haben viele von uns in ihrer Boarderkarriere schon öfters erleben müssen. Abgesehen von unvermeidbaren harten Einschlägen und damit verbundenen Verletzungen, sind es oft vermeidbare Gründe die zu richtig schweren Verletzungen führen. Ich denke nur an schwere Brandverletzungen im Gesicht oder an Fingern, die eine reibende Leine verursachen kann oder an unglückliche Stürze durch falsche Boots-Geschwindigkeiten und -Manöver. Oftmals resultuieren diese vermeidbaren Unfälle aus Unerfahrenheit von Bootfahrern und/oder Ridern.

Unsere Safety-Tipps sollen daher den Neulingen am und im Boot die Basic-Rules näher bringen, und den Cracks ein paar Anregungen geben, wie man potenzielle Gefahren auf ein Minimum reduziert.

Anders als am Cable gibt es beim Wakeboarden am Boot mehrere Personen, die durch ihr Verhalten Risiken vermeiden oder verursachen können: Da gibt es neben dem Rider noch den Bootsfahrer und den Beobachter im Boot. Jeder muss seine Aufgaben genau kennen und man sollte sich nicht scheuen Neulingen auf oder hinter dem Boot einen Crash-Kurs in Sachen Boots-Wakeboarden zu geben! Nichts ist schlimmer als ein Rider der nicht einmal die grundlegenden Zeichen der Kommunikation versteht. Und nichts ist gefährlicher......

 


 
Thema 1: Basics
 
- Fahre nie außerhalbe der Wasserskistrecke. (Gesetzlich in D vorgeschrieben). Diese Regel mag sich spießig anhören. Jedoch kann man nur in diesen Bereichen davon ausgehen, dass andere Bootsfahrer mit erhöhter Aufmerksamkeit unterwegs sind und so einen gestürzten Rider schnell erkennen können.
Wasserskistrecken sind in der Regel auch so ausgelegt, dass sie einen übersichtlichen und breiten Fahrbereich bieten und so ein "wildes" Fahren in ungeeignetem Gewässer unterbinden.

- Fahre nur bis zum Anbruch der Dunkelheit. (Gesetzlich in D vorgeschrieben). Auch diese Regel mag sich uncool anhören. Wer jedoch nach einem Sturz schonmal bei Dunkelheit alleine im Wasser gelegen hat (während das Zugboot seine Kurve dreht) weiss wie gefährlich das nächtliche Planschen im Wasser werden kann. Sportboote haben in der Regel nun mal keine Lichter und auf dem Radar der Berufsschifffahrt seit ihr nicht größer als eine Ente.

- Beim Wakeboarden am Boot müsst ihr mindestens zu dritt sein (Gesetzlich in D vorgeschrieben): Ein Rider, ein Beobachter im Boot und der Bootsfahrer

- Für alle Wakesurf-Freaks: Das Surfen mit Shortrope oder ohne Leine ist hinter einem Boot mit Außenborder oder Z-Antrieb LEBENSGEFÄHRLICH. Never do this!

- Vor allem für den Bootsfahrer gilt: kein Alkohol am Steuer. Die Verantwortung für andere ist einfach zu hoch.

- Haltet euch fern von der Berufsschifffahrt. Egal ob ihr im Recht seid oder nicht: Von dieser Seite könnt ihr mit NULL Rücksicht rechnen!

 


 
Thema 2: Kommunikation zwischen Boot und Rider
 
1.2.3.4.5.
 
1. Daumen nach oben: Boot soll schneller fahren

2. Daumen nach unten: Boot soll langsamer fahren

3. O.k. Signal: Geschwindigkeit ist richtig; - oder nach Sturz: alles in Ordnung

4. Mit Hand auf Kopf klopfen: Ende des Runs, Rider will an Bord kommen

5. Mit nach oben ausgestrecktem Arm und Zeigefinger Kreis in die Luft malen: Wendemanöver/ Kurve des Boots

- ohne Bild -

6. Den ausgestrecktem Arm vor Körper hoch und runter bewegen: Rider soll in Linie hinter Boot bleiben

7. Mit nach oben ausgestrecktem Arm die Zahl "2" anzeigen: Boot soll DoubleUp fahren bzw. Boot fährt DoubleUp

8. Mit ausgestrecktem Arm auf Obstacle zeigen: Rider möchte Slider oder Kicker fahren bzw. Boot fährt Slider oder Kicker an

 


 
Thema 3: Verhalten von Bootsfahrer und Beobachter
 
Grundlegende Regeln / Tipps

- Bootsfahrer und Beobachter müssen alle Handzeichen kennen und danach handeln.

- Nach dem Sturz treibt der Rider relativ hilflos im Wasser. Mit einem Brett an den Füssen ist das schnelle Vorankommen fast unmöglich. Gerade bei viel Verkehr ist daher grundsätzlich wichtig, dass sich das Zugboot in jeder Situation so nahe wie möglich beim Gestürzten aufhält und diesen nicht alleine im Wasser treiben lässt.
 
Während des Runs

- Beim Starten ist immer der "Go" - Ruf des Riders abzuwarten. Nur so kann man sicher sein, dass dieser auch wirklich bereit ist.

- Der Bootsfahrer hat darauf zu achten, dass der Rider zu jeder Zeit weit genug von Hindernissen entfernt ist. Sollte dies nicht möglich sein, muss er oder der Beobachter dem Rider Zeichen geben, dass dieser in einer Linie hinter dem Boot bleibt.
 
Nach dem Sturz / Ende des Runs

- Der Beobachter sollte so schnell wie möglich den Sturz bzw. das Loslassen des Riders an den Fahrer melden.

- Der Bootsfahrer sollte so schnell wie möglich das Wendemanöver einleiten um den Rider nicht allzulange alleine im Wasser treiben zu lassen.

- Das Wendemanöver sollte mit langsamer Fahrt durchgeführt werden, um sogenannte Roller* zu vermeiden.

*(Roller = Wellen, die sich aufgrund ihrer Art über einen sehr grossen Bereich in der Wasserskistrecke fortführen können und das Fahrverhalten des Zugboots ungünstig beeinflussen können ("Aufschaukeln des Boots"). Auch für den Rider sind Roller in der Strecke sehr unangenehm).

- Der Bootsfahrer sollte bei sehr viel Verkehr das Boot zu jeder Zeit in einer Linie mit dem gestürzten Rider halten. Dadurch werden andere Boote nicht gezwungen sowohl dem Zugboot als auch dem gestürzten Rider auszuweichen. Aussserdem kann das Zugboot auf diese Art und Weise als "Schutz" vor anderen Booten dienen. Der Bootsfahrer hat bei viel Verkehr eine hohe Verantwortung für den im Wasser treibenden Rider.

- Beim "Bringen" der Leine ist Vorsicht geboten. Oftmals tragen Rider Brandverletzungen im Gesicht oder an den Händen davon, weil die Leine zu schnell über die Haut gleitet.

- Der Bootsfahrer sollte den Rider immer über die rechte Seite aufnehmen. Auf diese Weise besteht zu jeder Zeit Sichtkontakt zwischen Bootsfahrer und Rider. Der Abstand zwischen Boot und Rider muss dabei immer gross genug sein!

- Solange sich eine Person im Bereich der Schraube befindet (bei Z-Antrieb oder Außenbordern) ist der Gang auszukuppeln. Noch besser -und von den meisten praktiziert- ist es, den Motor ganz aus zu machen.

- Am Ende des letzten Runs sollte die Zugleine sofort eingeholt werden, um diese nicht den anderen Booten zum Fraß vorzuwerfen.

 


 
Thema 4: Verhalten des Riders
 
Grundlegende Regeln / Tipps

- Der Rider muss alle Handzeichen kennen und danach handeln.

- Eine Weste mit genügend Auftrieb ist PFLICHT !!!

- Beim abprippen von Slidern und Kickern sollte unbedingt ein Helm getragen werden.

- Der Rider sollte an Tagen mit sehr viel Verkehr eine helle Prallweste oder noch besser: einen hellen Helm tragen. Dadurch ist er nach einem Sturz für andere besser sichtbar
 
Während des Runs

- Unbedingt alles Signale des Beobachters bzw. des Bootsfahrers beachten.

- Ansonsten gilt: HAVE FUN !!!!
 
Nach dem Sturz / Ende des Runs

- Nach einem heftigen Sturz sollte der Rider durch Handsignal seine Unverletztheit signalisieren. Dadurch weiss der Bootsfahrer, dass er sein Wendemanöver in langsamer Fahrt durchführen kann.

- Bei viel Verkehr ist es ratsam extra auf sich aufmerksam zumachen, indem man den Arm (oder beide Arme) hebt und winkt. Wenn man nicht mehr in der Bindung ist, kann man auch das Board aus dem Wasser heben, um auf sich aufmerksam zu machen.

 


 
Viele dieser Regeln mögen für euch übertrieben klingen und es ist mit Sicherheit ein gewaltiger Unterschied ob ihr alleine auf dem Wasser seid oder ihr euer Gewässer mit vielen anderen Bootsfahrern und Wassersportlern teilen müsst. Aber gerade an schönen Wochenend-Tagen sind unsere Wasserskistrecken in der Regel so voll, dass man sich zweimal überlegt ob man an so einem Tag überhaupt zum Boarden gehen soll.

Eine in Europa selten genutzte Sicherheitslösung wäre das Anbringen einer roten "Crash-Flag", die nach dem Sturz des Riders am Zugboot gezogen wird. Dadurch sehen andere Bootsfahrer schon von weitem, dass sich im Wasser ein Wakeboarder befinden muss. Diese "Crash-Flags" sind bei einigen Events in den USA (z.B. Boardstock) vorgeschrieben.

Es würde uns sehr interessieren wie eure Meinung zu diesem Thema ist! Vielleicht seht ihr die ein oder andere Sache etwas anders oder ihr habt noch weitere Tipps auf Lager?

Dann schreibt eure Beiträge zu den Safety-Tipps ins FORUM! 
 
 
Text: Reto/ Wakeboard1.de reto@wakeboard1.de
 
Verwendung des deutschen Textes nur mit ausdrücklicher Genehmigung von www.wakeboard1.de.
 
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