Lebenshilfe - Wie benehme ich mich als Gast auf einem Boot?
Unser mag71.de "Boots-Knigge"





Die wenigsten von uns sind in der glücklichen Lage ein eigenes Boot zu besitzen. Die meisten Wakeboarder sind darauf angewiesen, bei anderen Leuten als Gast mitzufahren. Aber wie benehme ich mich als Gast? Für alle, die es noch nicht geschafft haben mehr als 1mal von einem Boots-Besitzer mitgenommen zu werden, gibt es nun den "Boots-Knigge für Wakeboarder".

Dieser Artikel ist für alle gedacht, die als Gast auf einem Boot mitfahren und keine Ahnung haben, wie man sich als solcher zu benehmen hat!

Wir reden von der Art von Zeitgenossen, die ständig nerven und immer wenn sie dich sehen nachfragen, wann´s endlich auf´s Wasser geht. Und dann, wenn du dich irgendwann einmal hast breitschlagen lassen, stellt sich heraus, dass der Typ ein noch größerer Idiot ist, als man eh schon denkt.....
 

KAPITEL 1: VOR DEM WAKEBOARDEN


Das Boot wird zu Wasser gelassen

Zuerst hat unser "Freund" natürlich keine Zeit, um beim Beladen des Bootes oder beim Slippen zu helfen. Schließlich muss er noch zum Friseur oder hat andere lebenswichtige Dinge zu tun. Strike ONE!

Also gut: Dann trifft man sich eben direkt am Wasser....und was abzusehen war tritt ein: ER KOMMT 15 MIN ZU SPÄT! Strike TWO!

Alle sitzen im Boot und warten bis unser Newbie endlich kommt und zu uns ins Boot springt. Als kleines Präsent hat er eine feine Mischung aus Dreck, Erde und anderem Shit an seinen Schuhen, den er fein säuberlich auf dem Gelcoat, den Polstern und dem Teppich verteilt. Strike THREE!

Eigentlich hat er sich jetzt schon disqualifiziert auf einem Boot mitzufahren. Aber weil er neu ist, wollen wir mal großzügig sein...
 
 
KAPITEL 2: BEIM WAKEBOARDEN


Kleiner Plausch im Open Bow

Endlich geht´s los. Auf dem Weg zum ersten Set fängt er an zu erzählen, wie geil er Wakeboard fährt und wie nahe er dran ist den ersten Flip zu stehen. Er kann zwar nicht sagen was für einen Flip er da probiert, aber er weiß auf jeden Fall, dass es der "krankste Move" überhaupt ist, den man mit einem "Skurfer"! machen kann.

Oh Shit...wenn du nicht weisst von was Du redest: Halt einfach die Klappe und lass dein Riding für dich sprechen. Niemand interessiert sich jetzt dafür wie gut oder wie schlecht du fährst!!

Unser Freund hat uns jetzt 10 min vollgeblubbert und damit an den Rand des Wahnsinns gebracht. Da ich ein höflicher Mensch bin frage ich, ob er das erste Set fahren möchte. An dieser Stelle ein kleiner Tipp am Rande:

Frage NIEMALS als Gast, ob Du das erste Set fahren kannst! Viele Bootsbesitzer haben die Vorliebe der Erste auf dem Wasser zu sein und das sollten wir natürlich respektieren. Bleib einfach locker und warte ab bis dir dein Set angeboten wird! Egal wie geil du darauf bist endlich loszulegen: Just relax and cool down!


Kurz vor dem Start

Als unser Freund endlich an der Reihe ist, kommt es wie es kommen musste: Er fährt und fährt und fährt und fährt....Strike FOUR!

Dein erstes Set sollte immer so kurz wie möglich sein! Vor allem dann, wenn einige im Boot noch nicht gefahren sind. Bedenke immer, dass du nicht der einzige bist, der geil auf´s Waken ist und dieser Tag dreht sich NICHT um Dich.
 
 
KAPITEL 3: NACH DEINEM RUN
 

Kommunikation auf höchstem Niveau

Nachdem unser Freund sein erstes Set beendet hat und wie ein begossener Pudel auf die Plattform klettert, fangen auch schon die Erklärungsversuche an: Das Wasser war zu kabbelig, die Bindung ist zu locker, die Welle ist zu steil...

STOP! BEMÄNGELE NIEMALS DIE WELLE EINES BOOTES AN DEM DU GAST BIST!! NEVER EVER!! Und hoffentlich müssen wir auch folgendes nicht extra betonen: BEMÄNGELE NIEMALS DIE FAHRKÜNSTE DES BOOTSEIGNERS!!

Niemand möchte seinen Tag mit jemandem verbringen, der in einer Tour jammert und rumlästert. Wenn du an deinem eigenen Boot fährst: Mach was du willst. Wenn du Gast in einem Boot bist: Zeige Respekt für den Bootsbesitzer und seine Crew. Keiner zwingt dich hier mitzufahren.

 
KAPITEL 4: NACH DEM WAKEBOARDEN
 

Ballast-Ablassen auf dem Rückweg

So vergeht langsam der Wakeboard-Tag und es wird Zeit ans Aufhören zu denken. Das ist der Moment, an dem viele Typen für immer ihre Chance verspielen jemals ein zweites mal auf ein Boot eingeladen zu werden: 

Als wir das Boot aus dem Wasser holen, fängt unser Freund auf einmal an sehr beschäftigt zu sein. Plötzlich muss er so schnell wie möglich heim, um für sein Date heute abend ausreichend Körperpflege betreiben zu können. Außerdem ist er noch zu seinen Eltern zum Essen eingeladen, was im gerade wieder eingefallen ist. So leid es ihm tut: Er kann leider nicht helfen das Boot sauber zu machen...

Viele denken das Bootsreinigen ist damit erledigt mal eben mit dem Gartenschlauch über das Boot zu spritzen. Aber da irrt ihr euch: Gerade wenn man in Salzwasser fährt oder in total verdreckten Flüssen, kann das Saubermachen schon mal zur richtigen Arbeit ausarten. Und wenn´s dann noch dunkel und kalt wird ist das NICHT WITZIG! 
 
 
KAPITEL 5: UNSER BOOT FÄHRT MIT SPRIT, NICHT MIT "DANKE"


Tanken, tanken, tanken...

Das Ar... haut also einfach ab und gibt uns saubere 5 Kröten für den Sprit. In seinem einfältigen Hirn hat er wohl den ungefähren Spritverbrauch des Bootes für seinen Run berechnet und kommt sich bei der Geldübergabe noch sehr großzügig vor...

Alle, die ein eigenes Boot haben wissen es, aber für all die anderen da draußen möchten wir folgendes sagen: Ein Boot braucht viel Sprit. Besonders mit Ballast kommen da schnell größere Mengen zusammen. Außerdem braucht man Sprit um das Boot mit dem Auto ans Wasser zu bringen oder man muss einen Liegeplatz bezahlen.

Das Boot braucht nicht nur in dem Moment Sprit wo du hinten dran hängst, sondern auch um zur Wakeboardstrecke zu fahren und für die Strecken zwischendurch. Wenn man das alles rechnet, werdet ihr euch wundern was 1 min Wakeboarden kostet. Ein Preis von um die 25 Euro pro 15 min Set ist normal und absolut gerechtfertigt!

Es wird kein Bootseigner erwarten, dass er durch das Spritgeld seine Unkosten decken kann. Aber gebt trotzdem niemals lächerlich kleine Beträge! Auch wenn ihr glaubt der Bootseigner schwimmt im Geld und ist daher nicht auf eure paar Euros angewiesen. Bietet ihm immer an, etwas zu bezahlen!

Und noch etwas: Solltet ihr wirklich keine Zeit haben beim Saubermachen zu helfen, seid mit dem Spritgeld nicht zu knausrig...
 

KAPITEL 6: MITBRINGEN VON FREUNDEN UND BEKANNTEN


Pure Vorfreude

OK. Kommen wir zu einem weiteren heiklen Thema. Das Mitbringen von Freunden und Bekannten:

BRINGE NIEMALS IRGENDJEMAND AUF DAS BOOT MIT, OHNE DASS DER BOOTSBESITZER VORHER DAVON WEISS UND EINVERSTANDEN IST!!

Das schlimmste was man in dieser Beziehung erleben kann, sind Geschichten wie diese: Ein Kumpel ruft an an und fragt, ob er wieder mal an unserem Boot Fahren kann. Wir sagen ja, denn er ist ein ganz netter Kerl und so verabreden wir uns für´s kommende Wochenende.

Da wir an diesem Wochenende bereits einige Stunden vorher auf dem Wasser sind, treffen wir uns direkt am Steg. Leider ist unser Gast nicht alleine gekommen: Neben ihm steht sein Zimmergenosse und auf die Frage, ob sein Kumpel auch mitkommen dürfte, antworte ich mit ja. Was soll man auch anderes sagen? Sein Kumpel steht ja bereits im Neo und mit seinem Board unter dem Arm da. Also gut: 4 Rider und noch 3 Stunden zu fahren...das reicht ja noch für ein paar Sets. Aber es soll noch schlimmer kommen: 

Der Zimmergenosse ist noch nicht mal richtig im Boot, als er uns mitteilt, dass seine Freundin ein paar hundert Meter weiter unten am Ufer wartet. Sie wolle auch mal das Wakeboarden ausprobieren. Sicher hätten wir ja nichts dagegen...

NICHTS DAGEGEN!??? WENN SEINE FREUNDIN DIE RICHTIGE OPTIK HAT UND SICH STILL UND LEISE IN DAS OPEN BOW SETZT, DANN HÄTTEN WIR NICHTS DAGEGEN!!

Aber hat er da was von "Wakeboarden ausprobieren" gesagt!?? HOLY SHIT: Jetzt haben wir neben dem eigentlichen Gast auch noch seinen duseligen Zimmergenossen und dessen wahrscheinlich potthässliche Freundin (die auch noch Wakeboarden will!) am Hals:

Jetzt kann jeder von uns max. 2 kurze Sets fahren! Das wäre an sich nicht weiter schlimm: Aber für diese 2 Sets ziehen wir nun 3 Stunden lang irgendwelche wildfremden Leute an unserem Boot rum! SUPER-GAU...!!


Noch schüchtern: Sepp kurz vor der Kontaktaufnahme

Von Regel 6 gibt es nur eine einzige Ausnahme: Hübsche Chickas, die sich auf dem Boot bräunen wollen oder die Rider mit Getränken und Massagen verwöhnen, dürfen JEDERZEIT mitfahren.

 
KAPITEL 7: ENDE


Sepp gibt Gas

Zusammenfassend kann man sagen, dass es nicht so einfach ist "gute" Mitfahrer zu finden. Leute, die gerne am Boot Wakeboarden gibt es wie Sand am Meer. Aber Leute, die all die oben angesprochenen Dinge beherzigen sind leider sehr, sehr selten!

Dabei finden wir es durchaus wichtig, mit verschiedenen Wakeboardern fahren zu gehen. Schon alleine um durch die verschiedenen Fahrstile inspiriert zu werden und vor allem um gemeinsam SPASS am Wakeboarden zu haben.



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Autor des englischen Originaltexts: Josh Cantor/ Wakeworld.com
Deutscher Text: Reto/ mag71.de
 

Verwendung des deutschen Textes nur mit ausdrücklicher Genehmigung von www.wakeworld.com und www.mag71.de.

 
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